Glossar

Biforium
Zwillingsfenster. Durch eine Mittelsäule in zwei Öffnungen geteiltes Fenster. Rundbogige Biforien sind eine grundlegende Bauform der Romanik.


Bima
(griech Stufe, auch Almemor) Der erhöhte Platz für das Lesepult in der Synagoge oder das Lesepult selbst. Die Bima gehörte obligatorisch zur Ausstattung eines jüdischen Gotteshauses und befand sich im mittelalterlichen Europa zumeist zentral im Synagogenraum. Von hier aus wurde aus der Tora gelesen.


Dendrochronologie
(griech. dendron = Baum, chronos = Zeit, logos = Lehre) Naturwissenschaftliche Datierungsmethode von Hölzern. Dabei werden die Jahresringe von Bäumen anhand ihrer spezifischen Breite sowie ihrer Abfolge einem bestimmten Zeitraum zugeordnet. Nach dem letzten vorhandenen Jahresring kann das Fälldatum des Baumes bestimmt werden.


Judeneid
Judeneid: (lat. More Judaico) Eine Eidesformel für Juden, mit deren Hilfe Juden im Mittelalter vor Gericht einen Schwur ablegen konnten. Die bei Rechtsfragen verwendeten christlichen Eidesformeln hatten für nichtchristliche Bevölkerungsgruppen keine Gültigkeit, daher waren in christlichen europäischen Ländern seit dem frühen Mittelalter besondere Eide in Gebrauch. Im Judeneid wurde der Schwur durch talmudisches Recht abgesichert.


Mikwe
Mikwe: (von hebr. zusammenfließen) Rituelles Tauchbad einer jüdischen Gemeinde. Sie muss von natürlichem, „lebendigem“ Wasser gespeist werden, wie Quellwasser oder Grundwasser. Durch das Untertauchen in der Mikwe erlangt man rituelle Reinheit an Körper und Seele, die man vor einem Besuch der Synagoge benötigt. Eine Reinigung in der Mikwe ist beispielsweise nach dem Berühren von Toten nötig. Hauptsächlich aber wird eine Mikwe von Frauen aufgesucht, nach Geburten oder der Menstruation, denn Blut gilt ebenfalls als unrein.


Pogrom
Pogrom: (russ. Verwüstung, Zerstörung, Massaker) Bezeichnung für eine gewaltsame Ausschreitung gegen Mitglieder einer bestimmten Bevölkerungsgruppe, meist einer religiösen oder ethnischen Minderheit, mit Plünderungen, Gewalttätigkeiten und Vertreibungen. Bis zur Zeit des Nationalsozialismus wurde de Begriff zumeist für Judenverfolgungen verwendet. Seit der Zeit der Kreuzzüge kam es in Europa wiederholt zu Judenpogromen durch Christen, die zum einen religiös motiviert waren, ihre Ursachen aber auch in Verschuldung, Hass auf Andersgläubige sowie Konkurrenzneid unter Händlern hatten.


Schabbatampel
Schabbatampel: Traditionelle Lampenform, die auf einen mittelalterlichen Typus zurückgeht. Im Judentum hat sich dieser erhalten und bis in die Neuzeit tradiert. Dabei handelt es sich um eine sternförmige Öllampe, mit einem oft plastisch verzierten Schaft. Die Lichter der Ampel werden zu Beginn des Schabbat traditionell von der Hausfrau angezündet.


Synagoge
Synagoge: (von griech. synago; sich versammeln) Jüdisches Gotteshaus, das auch als Versammlungsort dient, und damit nicht nur religiöses, sondern auch kulturelles und gesellschaftliches Zentrum der Gemeinde ist. Ort für den regelmäßigen Gottesdienst am Schabbat und den jüdischen Feiertagen, für Gemeindeveranstaltungen und Schulbildung. Zur grundlegenden Ausstattung gehört der Toraschrein und die Bima. Beim Gottesdienst finden die Frauen traditionell in der vom Gebetsraum der Männer abgetrennten Frauensynagoge ihren Platz.


Tora
Tora: (hebr. Lehre, Gesetz) Erster und wichtigster Hauptteil der hebräischen Bibel, enthält die fünf Bücher Mose. Für den Gebrauch im jüdischen Gottesdienst wird die Tora traditionell von einem speziell dafür ausgebildeten Schreiber (dem Sofer) per Hand auf eine große Pergamentrolle geschrieben. Aus dieser Torarolle wird in der Synagoge von der Bima aus gelesen, beispielsweise am Schabbat oder an Feiertagen. Zwischen den Gottesdiensten werden die Torarollen im Toraschrein aufbewahrt. Der „der heilige Schrein“ (hebr. Aron ha-Qodesch) befindet sich an der Wand der Synagoge, die gegen Jerusalem gerichtet ist; im mitteleuropäischen Raum an der Ostwand.


Tossefta
Tossefta: (aram. Hinzufügung, Ergänzung) Eine Sammlung mündlicher Überlieferungen und Traditionen des Judentums aus rabbinischer Zeit, die nicht in der Mischna enthalten sind und diese ergänzen.


Karyatide
Karyatide: (griech.) Eine weibliche Säulenfigur als Gebälkträgerin