Die DenkNadel 2009

Details

Schaft aus 1,5 mm gewickeltem Edelstahl, Schweißnaht poliert, Höhe des Schafts: 1,40 m

Nadelkopf aus Lärche, behandelt, lasiert, 40 cm im Durchmesser

Das Denkmal ist komplett verlegbar, abschraubbar, daher auch unproblematische Pflege/Reparatur, z. B. ist ein Nachpolieren möglich (Metall) bzw. Schleifen und Lasieren (Holz).

Informationen zu Personen bzw. Orten sollen auf einer Metall-Platte angebracht werden, die unterhalb des Nadelkopfes fest mit dem Schaft verbunden wird.

Kostenvoranschlag
Die Kosten eines Fundamentes betragen - abhängig vom Standort - ca. 350 Euro. Sie wurden 2009 von der Stadt Erfurt übernommen.

Die Kosten einer DenkNadel setzen sich zusammen aus den Positionen

01Edelstahlkonus
02Holzkugel mit Zapfen
03Verankerung Edelstahl
04Verankerung im Fundament, Statikergutachten enthalten (Verankerung muss bauseitig in die Erde eingelassen und mit Beton vergossen werden, nicht im Preis enthalten)
05Edelstahlschild mit Befestigung am Edelstahlkonus
06Montage der einzelnen Baugruppen zu ganzheitlicher Landmarke, Anlieferung mit Endmontage in bauseitig gefertigtes Fundament

Nettobetrag1.527,40 Euro
19 % Mwst290,21 Euro
Gesamtbetrag1.817,61 Euro

Das Tiefbau- und Verkehrsamt wird die Errichtung der DenkNadeln technisch begleiten.

DenkNadel

Prototyp der DenkNadel von Sophie Hollmann

Prototyp der DenkNadel von Sophie Hollmann

Fachkommentar

Die renommierte Kunstpublizistin Frau Prof. Dr. Stefanie Endlich beschäftigt sich seit langem mit Kunst im öffentlichen Raum. In Ihrem Vortrag am 27. Januar 2009 in der Erfurter Kunsthalle sprach sie von ihrer Sympathie für die "Stolpersteine", die als Nachbarschafts- und Beteiligungsprojekt zu einem Erfolgsmodell geworden sind. Dass man sich in Erfurt entschieden hat, zu eigenen anderen Formen des Gedenken zu kommen, begrüßte sie: "Ich freue mich, dass wir dieses Projekt hier haben. Das sind die Nadeln von Sophie Hollmann. Es war ein offener Wettbewerb mit wenig Geld. Es gab eine ganz klare Empfehlung der Jury für dieses Projekt. Die Orte des Geschehens werden wie Tatorte mit überdimensionalen Stecknadeln markiert. Es soll auch eine Korrespondenz geben mit einer zentral zugänglichen Kartografie. Und es gibt eine Ambivalenz von spielerischen Momenten und sehr ernsthaften. Das ist auch das, was eigentlich das Interessante an diesem Projekt ist. Die spielerischen Elemente, die ernste Dimension des Themas: Man sticht in eine Wunde … da gibt es ganz viele Assoziationen."

Frau Prof. Endlich warnte zugleich vor einer Gefahr, der die Kunstobjekte im öffentlichen Raum ausgesetzt sind: "… dass sie nicht mehr wahrgenommen werden oder dass sie sich abnutzen, dass man sich nicht mehr gern mit ihnen auseinandersetzt. Die große Herausforderung für alle diese Denkmalsprojekte ist, dass man eine künstlerische Form findet, die den Dialog fördert und nicht ihn mit einem Schlusspunkt beendet."